150505 Bokeo – Gibbon Experience

Drei Tage im Dschungel von Bokeo um die dort lebenden Gibbons aufzuspüren waren leider nicht genug. Wir haben keine zu Gesicht bekommen. Dennoch war die Tour eines der besten Erlebnisse die ich bisher hatte.
Zu siebt brachen wir am Sonntag mit unserem Führer Mike in Huay Xai auf, um zunächst mit einem Pickup die abgelegene Region zu erreichen. Eine Stunde über die Landstraße, danach eine weitere auf unbefestigten ausgewaschenen Schotterwegen bis zum Startpunkt des Trails in einem kleinen Dorf. In der Mittagshitze wanderten wir dann bergauf durch Reisfelder und die ersten Dschungelausläufer zur ersten Hütte an der wir mit unserem Gurtzeug für die Ziplines ausgestattet und eingewiesen wurden. Und kurz später stand dann der erste Flug auf dem Programm.
Zur Erklärung: Die Ziplines sind von Baum zu Baum gespannte Stahltrossen an denen man mit Karabinern gesichert den Weg durch die vielen Flusstäler abkürzen kann indem man einfach drüber hinwegsegelt. Ein großartiges Gefühl und mit ner Menge Adrenalin im Blut verbunden. Abwechselnd gehts dann zu Fuß bergauf und mit der nächsten Zipline wieder etwas nach unten. So haben wir uns zu unserem ersten Nachtlager, einem großen freistehendem Baumhaus in ca. 50 Meter Höhe vorgearbeitet. Nach Abendessen, Tee und ein paar weiteren Runden im Tiefflug haben wir den Abend mit Kartenspielen ausklingen lassen und uns unter die Moskitonetze verzogen.
Der nächste Tag führte uns weiter in den Dschungel hinein und mittags rasteten wir in einem Flusstal mit Bademöglichkeit im angestauten See und einer Kaskade von kleinen Wasserfällen die zum Erklettern geradezu einluden. Zum zweiten Treehouse gab es wieder ein paar schweißtreibende Aufstiege und zahlreiche Flussüberquerungen in schwindelnder Höhe. Die sternenklare Vollmondnacht verbrachten wir in einem etwas kleineren Domizil inmitten von benachbarten Baumkronen.
In aller Frühe haben wir uns am Dienstag auf den Rückweg gemacht um vor dem Frühstück nochmal ins kühle Wasser springen zu können und vielleicht doch noch ein paar Gibbons zu entdecken. Die hatten aber scheinbar gerade in anderen Ecken des Waldes zu tun. In einem großen Bogen zippten und wanderten wir anschließend wieder zum Village zurück, wo uns unser Fahrer aufpickte und uns auf den Feldwegen nochmal richtig durchschüttelte. In Huay Xai haben wir die Tour bei einigen Beerlao und Cocktails am Abend ausklingen lassen bevor sich unsere Wege am nächsten Morgen wieder trennten.

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Unsere Dschungelcamp Gruppe: Jens, Aaron, Ethan, Marielle, Florence, Charlotte, Mathilde.

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Die Vorbereitungen an der Platform der Ziplines waren auch willkommene Verschaufpausen nach meist schweißtreibenden Bergauf-Passagen.

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Sicherung am Stahlseil mit zwei Karabinern, Mathilda macht‘s vor.

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Nach der Einführung durch Mike unseren Guide konnten wir nach Lust und Laune das Gebiet entlang der Ziplines erkunden.

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Eines der Treehouses in denen wir übernachteten. Durch den dichten Dschungel sind sie meist erst zu sehen wenn man direkt davor steht. Selbst vom Startpunkt der Ziplines ist oft nur eine grüne Wand sichtbar.

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Mit Sicherheit das außergewöhnlichste WC das ich bisher genutzt habe. In 50 Meter Höhe teilt man sich den grandiosen Ausblick allerdings mit etlichen Wildbienen.

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Ausblick über die Baumwipfel auf ca. 60 Meter Höhe. Eines unserer Baumhäuser hatte zwei Stockwerke, ein anderes soll sogar viergeschossig sein.

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Wegen der Brandgefahr im Baumhaus ist die Küche ausgelagert und in der Nähe am Boden untergebracht. Alle Speisen und Getränke werden dann per Zipline-Kurier angeliefert.

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Am zweiten Tag war der Flusslauf den wir immerwieder in der Höhe überquerten das Ziel unserer Tour. Ein natürlich aufgestauter See und kleine Wasserfälle luden zum Schwimmen und Erklimmen ein.

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Nach der Erfrischung noch ein bisschen Sonnenbaden bevor es wieder ins Gurtzeug und zurück zum Baumhaus ging.

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Mit dem Pickup fuhren wir von Huay Xai zum Startpunkt unserer Tour und wieder retour.

Die meisten Ziplines führen von einer Seite des Tals zur gegenüberliegenden Anhöhe. Entsprechend lang (bis zu 500 Meter) und hoch (geschätzte 100 Meter) sind einzelne Abschnitte. Die mit GPS gemessene Geschwindigkeit lag bei ca. 60 km/h. Ein absolut grandioses Erlebnis.

Anflug auf unser Heim in luftiger Höhe.

Am Wasserfall unseres Spülbeckens kann man die Höhe des Baumhauses ein wenig abschätzen.

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