150717 Sepilok – Kinabatangan – Sandakan

Neben der faszinierenden Unterwasserwelt ist Borneo bekannt für seine dichten Regenwälder und die darin vorkommenden seltenen Tiere. So begab ich mich zusammen mit neun anderen Dschungelreisenden zu „Onkel Tan’s Wildlife-Camp“ am Rande des Kinabatangan Rivers um mit dem Boot und zu Fuß auf Safari zu gehen. Neben den allgegenwärtigen Langschwanz-Makaken (von den Guides „Dschungelmafia“ getauft) konnten wir Langnasenaffen, Gibbons, Mohawkaffen, Krokodile, Varane, Lepart Cats, Wasserbüffel, Frösche, Eichhörnchen, Flughunde, Hornbills, Kingfischer, Adler und jede Menge weiterer Vögel entdecken, die teilweise nur auf Borneo heimisch sind. Bei der Nachtsafarie ist uns sogar ein Exemplar der scheuen und schwer zu findenden Slow Loris über den Weg gelaufen, bzw. über den Baumstamm geklettert. Die hier lebenden Orang Utans konnten wir leider nicht finden, da die extreme Trockenheit derzeit einige Flussnebenarme unpassierbar machte und die Tiere sich tiefer in den Regenwald zurückzogen hatten.
Dafür hatte ich die Möglichkeit einige der scheuen Menschenaffen im Orang Utan Rehabilitations-Zentrum in Sepilok zu beobachten. Hier werden Waisen oder verletzte Tiere aufgepäppelt und auf die Auswilderung vorbereitet. Bei täglichen Fütterungen lassen sich einige der freigelassenen Tiere immer mal wieder blicken, solange sie keinen Anschluss an eine wildlebende Gruppe gefunden haben.
Nebenan im Sunbear Conservation Centre geschieht das gleiche mit den kleinsten Bären der Welt. Die putzigen Fellknäuel hier stammen allerdings meist aus Käfighaltungen und wurden von fehlgeleiteten Tierliebhabern als Haustiere missbraucht.
Im Rainforest Discovery Center schließlich gibt es einen Canopy Walkway auf dem man den Urwald hoch oben in den Baumwipfeln erleben kann. Leider hatten sich wohl sämtliche Wald-Bewohner vor einem aufziehenden Gewitter in ihre Behausungen verkrochen. Außer ein paar unerschrockenen Vögeln keinerlei Sichtungen. Kurze Zeit später musste auch ich Schutz in einer der Rasthütten suchen bis der tropische Regenguss wieder nachließ.
Das Ende des Fastenmonats Ramadan verbrachte ich in Sandakan einem kleinen Küstenstädtchen. Donnerstagabend wird wie bei uns in der Vorweihnachtszeit nochmal alles mobilisiert um Geschenke zu kaufen und Vorräte für die Festtage zu bunkern, am Freitag ist dann die ganze Stadt wie ausgestorben. Gefeiert wird zuhause im Kreis der Familie oder wie ich feststellen durfte auch mal auswärts im McDonald’s, einem der wenigen Restaurants die noch geöffnet hatten.

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Bootsafari auf dem Kinabatangan River

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Uncle Tan’s Rainforest Camp. Nach dem Frühstück stand immer „Futbol“ auf dem Programm. Zweimal konnten wir Touristen das Spiel gegen eine eingespielte Camp-Staff-Mannschaft für uns entscheiden.

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Ein Gibbon hangelt sich durch die Baumwipfel entlang des Flussufers.

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Die Langnasenaffen sind nur hier in Borneo heimisch. Die Männchen sind mit besonders großen Knollen-Nasen bestückt. Leider konnte ich auf die Entfernung mit meiner Kameratechnik keine „Portraitfotos“ machen.

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Ein ordentlicher Brocken von Krokodil sonnt sich am Ufer.

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Borneo ist eine der wenigen Regionen an denen man Hornbills beobachten kann. Typisch der große Schnabel mit Hornaufsatz.

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Der nachtaktive Slow Loris ist ein selten gesehener Gast im Camp. Die heimischen Guides waren so erfreut über die Sichtung dass gleich eine Flasche Reiswein die Runde machte.

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Beim anschließenden Singalong und Karaoke blieb es nicht bei der einen Flasche. Es wurde geklampft und gesungen bis der Stromgenerator um Mitternacht seine wohlverdiente Ruhepause einlegen durfte.

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Im Orang Utan Center müssen die Jungtiere zunächst die grundlegenden Dinge lernen wie Klettern, Nestbau und Futtersuche. Dabei dienen die älteren erfahreneren Tiere als Tutoren. Der Kletterpark ist nicht eingezäunt so dass die Affen jederzeit ihre Umgebung erkunden können und eventuell Anschluss an wildlebende Exemplare finden.

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Einer der älteren Orang Utans hängt nach der Fütterung noch etwas ab bevor er wieder im Wald verschwindet.

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Ein Sunbear döst im Baumgeäst seines Geheges.

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Der Canopy Walk im Rainforest Discovery Center.

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Orchideen im botanischen Garten.

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Chinesischer Friedhof in Sandakan, eingebettet in die hügelige Landschaft entlang der Küste.

3 Kommentare

  1. Slow loris sind Faulaffen ( Primatenfamilie aus der Gruppe der Feuchtnasenaffen ) und waren frueher den „Halbaffen“ zugeordnet. Nun in Englisch: This animal might look like a harmless , big-eyed baby ewok, but the slow loris is one of the only poisonous mammals of the world ( mammal— a toxic bite).Habt ihr noch mal Glück gehabt in Onkel Tan’s Wildlife Camp am Rande des Kinabatangan Rivers!Orang-Utan bedeutet in malaiischer Sprache „Waldmensch“.Trauriges Schicksal:Diese Affenart gilt als stark gefährdet.

  2. Der Hornbill schaut aus wie ein Vogel aus einem Comic-Heft. Der chinesische Friedhof ist doch vom Anblick her ganz anders als ein deutscher.Auf jedenfalls sehen wohl alle Gräber gleich aus nicht wie bei uns , wo manche meinen sie müssten ihren Reichtum auf den Grabstein übertragen.Auf jeden Fall hat Borneo eine faszinierende Tier-und Pflanzenwelt.Es fehlen mir deine netten Aufnahmen von menschlichen Bewohnern.Aber was nicht ist, kann ja noch werden,gell?

  3. Tobi says:

    Hi Jens!

    Liest sich nach wie vor alles sehr spannend, auch wenn ich nur sporadisch in Deinen Blog schaue. Wünsche Dir weiterhin viel Freude auf Deiner Tour!!!

    Herzliche Grüße,

    Tobi

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